“Nennt mich ruhig finster, grausam und verderbt, wie es Euch beliebt. Meine Methoden sind uralt und mächtig, und keine Armee wird mich je aufhalten.”
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Kabbalist

Kabbalisten sind offensive Kleriker, die sich Kräfte zunutze machen, die andere fürchten. Mithilfe eines Rituals und eines Siegels rufen Kabbalisten Hereinsickernden Tod und Ertränkendes Wasser herbei und verwüsten das Schlachtfeld mit mächtigen Angriffen, denen kein Feind entkommen kann.

Stärken

Ihre Siegel und Ritualmagien verleihen den Kabbalisten einen ungeheuren Vorteil auf dem Schlachtfeld, denn wenn die Siegel genügend Zeit hatten, zu schwären und zu reifen, explodieren sie irgendwann in einer Wolke aus dunkler Energie, die alles im Umkreis des Siegelträgers vernichtet.

Schwächen

Steht einem Kabbalisten genügend Zeit zur Verfügung, wird er das Schlachtfeld langsam mit einem Mantel der Zerstörung überziehen. Die einzige Verteidigung gegen dieses unaufhaltsame Verhängnis besteht darin, die Kabbalisten mit einem blitzschnellen Angriff zu überrumpeln, bevor ihre Siegel aktiv werden können.

Hintergrund

Die Hütte stank nach Verwesung: Zerfetzte Tierkadaver hingen von der Decke, auf dem Boden türmten sich Knochenhaufen, und auf einem fleckigen Holztisch dampften ganze Berge von Eingeweiden. Ein alter Kelari stand am Fenster. Er wandte sich zu den Fremdlingen um, die blutend auf dem Lehmboden lagen, und sagte mit hoher, spöttischer Stimme: "Das habt Ihr wunderbar gemacht, oh Helden. Wir sind umzingelt."

Dem Einsiedler Asias eilte zwar der Ruf voraus, völlig verrückt zu sein, aber er übertrieb nicht: Goblins bahnten sich einen Weg durch die hohen Farne, welche die Lichtung umgaben, während ihr Schamane vor der Hütte des Einsiedlers tanzte, um Feuerelementare heraufzubeschwören, um noch weitere Goblins hervorzubringen. Eine der Fremden, eine mächtige Bahmi mit einem gefährlich aussehenden gezackten Schwert, versuchte aufzustehen. Doch ihre Wunden waren so tief, dass sie gleich wieder zusammenbrach. Durch zusammengebissene Zähne zischte sie: "Hebt Euch Euren Sarkasmus für später auf. Jetzt müssen wir erst einmal kämpfen."

Asias musterte die angeschlagene Truppe und stieß ein leises, angeekeltes Geräusch aus. "Sarkasmus, ach ja? Nun gut, bleibt, wo Ihr seid. Die Sache werde ich selbst in die Hand nehmen."

Als der alte Kelari die Hütte verließ, brachen die Goblins in gröhlendes Gelächter aus und verspotteten ihn hemmungslos ob seines Alters. Doch Asias lächelte nur und zeichnete ein Siegel in die Luft, mit dem er die Namen uralter Geister beschwor. Vor seinen Füßen bildeten sich Schatten, und er starrte hypnotisierend in die Augen des Schamanen. Der Goblin hörte auf zu tanzen und blieb seltsam stocksteif stehen, als sich der Elf ihm näherte. Mit leiser, grausamer Stimme flüsterte Asias: "Flammenmaul ist verschwunden. Deine Leute sind verschwunden. Du bist allein und hilflos . Am besten, du gibst jetzt einfach auf."

Plötzlich waren die Augen des Goblins von Schrecken und Einsamkeit erfüllt. Er fiel auf die Knie und ließ einen hohen, schluchzenden Klagelaut vernehmen. Dann versuchte er, dem Kelari einen Zauber entgegenzuschleudern, erreichte damit aber nur, dass in der Nähe stehende Goblins ebenfalls vor Schmerz auf die Knie sanken. Noch bevor irgendwelche Feinde reagieren konnten, schickte ihnen Asias eine Welle pechschwarzer Heimtücke entgegen, welche die Dschungellichtung in tiefstes Dunkel hüllte und die meisten Goblins wie Fliegen sterben ließ. Gleichzeitig schleuderte er zu Eis erstarrtes Wasser auf die Feuerelementare, die sich zischend in Dampfsäulen auflösten.

Auf eine Geste des Elfen hin umfingen Ströme dunklen Wassers die verbliebenen Goblins. Und so sehr sie auch kreischten und versuchten, sich mit ihren Klauen am Boden festzukrallen, wurden sie doch unaufhaltsam auf den Einsiedler zugespült. Der zeichnete ein Siegel in die Luft und hängte es dann dem mittleren Goblin an. Dann entließ er die Wasser aus seinem Bann und zog sich in den Schatten der Hütte zurück.

Der mit dem Siegel behängte Goblin blickte erst auf das dunkle Symbol an seiner Brust, dann auf seine Gefährten. Als nach einigen Sekunden nichts geschah, stahl sich ein vorsichtiges Grinsen auf sein Gesicht. "Dummer Mann, nichts ..." Weiter kam er nicht, denn seine Haut platzte auf, eine dunkle Masse quoll hervor und verwandelte seinen Körper in Schleim. Die übrigen Goblins wurden zu Boden gerissen.

Nachdem das Vernichtungswerk abgeschlossen war, betrachtete der Kelari die vielen vor ihm liegenden Leichen und kicherte vergnügt vor sich hin. Ein Blick zurück auf die Hütte zeigte ihm die Bahmi, die auf ihr Schwert gestützt am Türrahmen lehnte. Sie betrachtete Asias mit vorsichtiger Bewunderung. "Auf welcher Seite kämpft Ihr eigentlich?"

Asias Augen verengten sich zu Schlitzen. "Auf meiner eigenen." Er machte eine kurze Pause und fügte dann hinzu: "Ich will nicht, dass Telara brennt."

Die Bahmi nickte und verschwand wieder in der Hütte. Asias kniete sich zwischen die Leichen und sammelte seine Beute ein.