Sturmrufer sind Magier, welche die ungebändigte Wildheit von Wind und Wasser auf dem Schlachtfeld zum Einsatz bringen. Sie hüllen ihre Gegner in eistige Kälte und bringen ihre Herzen durch elektrische Schläge zum Stillstand.
Sturmrufer verbinden die magischen Kräfte von Luft und Wasser, denn vereint verleihen sie ihrem Zauber eine ungeahnte Zerstörungskraft.
So wie auch ein Sturm nicht nur aus Wind oder Regen allein besteht, muss auch der Sturmrufer seine Zauber miteinander verbinden, um verheerende Effekte zu erlangen. Daher benötigt er mehr Zeit zur Vorbereitung als andere Magier, was ihn verwundbar macht gegenüber Feinden, die dies zu ihrem Vorteil nutzen.
Man sagt, die Sturmruferin Amunet konnte das Herz eines Mannes durch bloße Berührung zum Stillstand bringen. Bevor sie sich Thorvin Sternhammer auf seiner Jagd nach Grünschuppe anschloss, nannte man sie die "Wetterhexe der Smaragdmark" und ohne das beherzte Eingreifen des Rächers wäre sie als heidnische Drachenverehrerin auf dem Scheiterhaufen gelandet.
Auf ihrer Reise durch Smaragdmark bemerkte Thorvins Gruppe, dass die einst so fruchtbaren Böden durch heftige Stürme und anhaltendem Frostes verödet waren. Die Einwohner gaben der Eth-Frau Amunet die Schuld daran. Sie hatten die dunkelhäutige Frau mit den silberweißen Haaren bereits auf einen Scheiterhaufen in Schmiedshafen gebunden und die Fackeln in der Hand, als der Rächer Thorvin vortrat und darum bat, die Verurteilte anhören zu dürfen.
"Verfügt Ihr über die Mächte, die Euch unterstellt werden?"
"Ja, das tue ich", antwortete Amunet emotionslos.
"Habt Ihr den Frost heraufbeschworen?"
"Ja, das habe ich", sagte die Hexe.
"Warum?"
Ein Lächeln legte sich auf ihre Lippen. "Endlich fragt mich jemand nach den Gründen."
Während seine Männer die Dorfbewohner in Schach hielten, befreite Thorvin Amunet. Sie führte die Gruppe zur Mark, wo der Frost die empfindlichen Blätter der Setzlinge verkümmern ließ. Die Elfen-Waldhüterin Durnes rümpfte die Nase, als sie den planaren Geruch der Pflanzen wahrnahm. Die Hexe erklärte, wie sie herausgefunden hatte, dass Grünschuppes Knechte die Pflanzen aus der Ebene des Lebens hier eingesetzt hatten, und sie die Stürme heraufbeschworen hatte, um zu verhindern, dass sie jemals erblühen würden.
Gemeinsam stellten sie dem Gefolgsleuten der Lebenskulte eine Falle. Die schweren Regenfälle und der Frost ließen nach, als Amunet das Land aus dem Griff ihres Zaubers freigab. Thorvins Gruppe versteckte sich derweil auf dem Feld und noch in derselben Nacht schlichen Kultisten über das Feld, um erneut verseuchten Samen zu säen.
Im darauf folgenden Kampf überraschte Amunet Thorvins Krieger mit ihrer eindrucksvollen Beherrschung der Wettermagie. Abseits des Getümmels stehend schützte sie sich durch Sturmsalven, welche die Feinde, die sich ihr näherten, einfach zurückschleuderte, als wären sie Stoffpuppen. Gleichzeitig sandte sie bitterkalte Froststöße auf die Feinde herab und versetzte diese in Kältestarre. Reihenweise fielen die Gegner, niedergestreckt durch endlose Blitze, die in einem einzigen Stakkato vom Himmel herab zuckten. Thorvins Krieger hatten selbst viele Kultisten ausgeschaltet, aber Amunets Opfer waren eindeutig in der Mehrzahl.
Nach dem Kampf stellte sich heraus, dass viele der Gefallenen Mitglieder der ortsansässigen Familien waren. Angewidert wandte sich Amunet ab und beschloss, die Mark zu verlassen, woraufhin Thorvin ihr anbot, sich seiner Gruppe auf der Jagd nach dem gefräßigen Monster Grünschuppe anzuschließen.