Ob sie nun Schlachtgesänge anstimmen oder herzergreifende Melodien spielen: durch Rhythmus und Reim gelingt es den Barden, ihre Verbündeten zu beflügeln und ihre Feinde zu lähmen.
Die magischen Gesänge der Barden sind äußerst nützlich, um die eigene Seite anzufeuern und die gegnerische Seite zu behindern. Das macht sie zu den besten reinen Unterstützungsseelen des Spiels.
Gute Barden können aus einer Gruppe unterschiedlicher Charaktere eine harmonische Einheit bilden. Auf sich allein gestellt und ohne ihre Freunde sind sie jedoch nur einsame Musiker, die allenfalls noch ihren eigenen Abgesang anstimmen können.
"Lasst mich Euch eine Geschichte erzählen:
Die Helden standen am Rand eines Tals und unter ihnen lag ein Flammenmeer. Obwohl die Hitze ihre Haut röstete und die heiße Dämpfe in ihren Augen brannten, blickten sie doch leichten Herzens auf die vor ihnen liegende Aufgabe.
Sie schauten auf die Schergen, die Flammenmaul dienten – diese ungewaschenen, gedankenlosen Horden –, und sie lachten. Habt Ihr gehört? Sie lachten!
Sie fürchteten weder dürre Kobolde noch den tölpelhaften Zentauren. Nicht einmal, als der Frevler selbst, der rote Drache, wie ein hungriger Habicht über ihnen seine Kreise zog, scheuten sie zurück. Sie waren die Klügsten, Schnellsten, die Stärksten ihres Volkes, und der Sieg war stets gewiss, sobald sie das Schlachtfeld betraten.
Flammenmauls Lakaien bekamen die Macht ihrer Schwerter zu spüren. Sie löschten seine Flammen aus und ihr Zauberbann beschwerte seine Schwingen. Als er zu Boden stürzte, überwältigten sie ihn, denn der grausame, rote Drachengott konnte ihnen nichts mehr entgegensetzen. Das ganze Land schwelgte im Siegestaumel und die Namen der Kämpfer konnte man selbst in den Liedern der Kinder hören. Ein ganzes Volk feierte, dass die Furcht vor Flammenmauls Feueratem nun Vergangenheit war!
Das, meine Freunde, ist unsere Geschichte. Das, meine Freunde, ist unser Schicksal. Lasst uns in die Schlacht ziehen, damit all dies Wirklichkeit wird!
Die perlenden Klänge der Lyra verstummten, und mit ihnen die überraschend voluminöse Stimme der Zwergenfrau. Die Soldaten und die Bewohner von Telara, die sie umringten, schienen langsam aus einem Traum zu erwachen. Sie räusperte sich und erhob ihre Stimme zu einer mitreißenden, martialischen Hymne.
Karine wandte sich um und betrachtete die Horde, die unter ihr im Tal ausgeschwärmt war und deren wildes Geschrei sich in vielfachem Echo an den Bergen brach. Aus der geschwärzten Erde drangen glühend heiße Flammen und Dampfwolken und nahmen einem die Luft zum Atmen. Doch kein einziger Soldat, der hinter Karine ausharrte, zeigte auch nur das geringste Anzeichen von Furcht, denn ihre Herzen waren erfüllt vom machtvollen Lied der Zwergenfrau. Sie fühlten sich klüger, schneller und stärker als je zuvor, und sie wussten, dass ihnen ein Platz in den Liedern und Geschichten Telaras sicher wäre.
Mit lautem Gebrüll jagte ein dragonianischer Champion die Anhöhe empor und direkt auf die winzige Zwergenbardin zu. Als er näherkam, lachte sie nur auf und ließ ihr Lied zu einem gewaltigen Crescendo anschwellen. Eine Spirale aus Schallwellen fegte das Reptil zu Boden und es regte sich nicht mehr.
"Und jetzt", sagte Karine mit blitzenden Augen, indem sie sich, ein Schwert in der Hand, wieder ihren Gefährten zuwandte, "werden wir ihnen mal unsere weniger musikalische Seite zeigen."