
Ehre, Treue und Pflicht sind die heiligen Grundsätze der starken Mathosianer, die einst im bergigen Hochland des Nordens herrschten. Mathosianer schätzen Stärke, harte Arbeit und den Schwur eines Mannes mehr als alles andere, außer vielleicht noch Loyalität. Dass sie sich diesen Tugenden verschrieben haben, trug dazu bei, dass Mathosia trotz seiner bescheidenen Anfänge zu einem der prächtigsten Reiche auf Telara wurde. Ironischerweise waren es gerade diese Tugenden, die schließlich den Untergang der Mathosianer herbeiführten.
Die Menschen erschienen zunächst in den großen Wäldern von Tavra, der Heimat der Hochelfen. Im Gegensatz zu allen anderen Völkern waren sie durch das Zusammenwirken aller Götter erschaffen worden, was vielleicht ihren rasanten Aufstieg in der ganzen Welt erklärt. Am Anfang waren die Menschen jedoch nicht viel mehr als wilde Kreaturen, welche die Wälder in losen Clans auf der Suche nach Nahrung zu durchstreiften und scheinbar weder Sprache noch Intelligenz besaßen.
Die Hochelfen nahmen sich ihrer an und kümmerten sich gütig um sie, so wie sie es mit allen Wesen taten. Die Menschen waren erstaunlich anpassungsfähig und lernbegierig. Sie blühten auf, lernten Sprachen, Magie und die Lehren der Zivilisation.
Für die Hochelfen, welche sehr lange lebten, schien es, als würden die Menschen über Nacht zu einem zivilisierten Volk. Die Hochelfen konnten nur schwer akzeptieren, dass die Menschen anders waren, als sie anfangs zu sein schienen, aber mit der Zeit pflegten sie eine enge Beziehung mit den Stämmen, die sich entwickelten.
Als die Anzahl der Menschen immer größer wurde und sie sich zu einem kultivierten Volk entwickelten, verließen viele die Wälder, um entfernte Länder zu entdecken und sich dort niederzulassen. Doch ein vorausschauender Stamm entschied sich, noch viele Generationen zu bleiben und Philosophie, Musik und Gesetzeslehre von ihren erleuchteten Nachbarn, den Elfen zu erlernen. Schließlich zog auch dieser Stamm aus den Wäldern fort und gründete eines der größten Reiche, das Telara je gesehen hatte: das Mathosianische Reich.
Über viele Jahrhunderte hinweg lebten sie in Wohlstand und waren ihren Königen treu, die alle aus dem Adelsgeschlecht des Tored Mathos abstammten. Aber das Pflichtgefühl und die Treue zur Krone des Mathosianischen Volkes wurde irgendwann von fremden Eindringlingen ausgenutzt, die das Imperium stürzen wollten.
Als König Jostir der Ehrwürdige unter mysteriösen Umständen starb, wurden seine zwei Söhne, die Zwillingsbrüder Aedraxis und Zareph, so manipuliert, dass es zu einem brutalen und schrecklichen Bürgerkrieg kam: dem Schattenkrieg. Während Schlachten zwischen Zauberern und Kriegern des Königs im Norden von Telara tobten, griff der ältere Bruder Aedraxis auf gefürchtete Magie zurück. Seine Untaten beschädigten den magischen Schutzbann um Telara und die Ebene des Todes zog über das Land und verwandelte Aedraxis in einen untoten König des Schreckens. Der Großteil des Mathosianischen Landes wurde dabei durch eine magische Katastrophe zerstört, die man nur den "Schatten" nennt.
Die Anhänger von Zareph, dem jüngeren Bruder, flohen vor der Katastrophe und gründeten mit diesem als Anführer die wunderbare Stadt Sprosshafen. Aber viele andere Mathosianer folgten ihrem Schwur und der Pflicht zur Königstreue und damit ihrem neugekrönten Lehnsherrn Aedraxis Mathos nach Norden. Sie dienen nun dem unsäglich Bösen, das in ihren Herzen wie ein eiteriges Geschwür wuchert.